Deepfakes: Motive, deine Rechte und erste Hilfe

Aufgabe 12

  1. Es gibt verschiedene Gründe, aus denen Menschen Deepfakes herstellen und verbreiten. Unten findest du Kurzbeschreibungen von drei bekannt gewordenen Deepfakes. Überlege dir, aus welchen Gründen sie vermutlich produziert und veröffentlicht wurden. Tippe passende Icons an und notiere deine Erklärung im jeweiligen Schreibfeld.
Deepfake 1

Was ist zu sehen?

In einem KI-generiertem Video ist der Nachrichtensprecher André Schünke zu sehen wie er in der bekannten Sendung „Tagesschau“ für eine Plattform wirbt. Er behauptet, dass sich dort schon tausende Menschen registriert hätten, die mit automatisiertem Aktienhandel viel Geld verdienen würden.

Welche Absicht vermutest du hinter Deepfake 1?
Erklärung:
Deepfake 2

Was ist zu sehen?

Im Jahr 2022, kurz nachdem Russland sein Nachbarland Ukraine angriff, verbreitet sich in den sozialen Medien der Ukraine ein Video. Es zeigt den ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj, wie er sein Volk und seine Armee dazu aufruft, die Waffen niederzulegen und sich der russischen Armee zu ergeben. Selenskyj steht dabei vor einem Hintergrund, den er häufig für TV-Ansprachen nutzt. Selenskyj hat diese Ansprache nie gehalten.

Welche Absicht vermutest du hinter Deepfake 2?
Erklärung:
Deepfake 3

Bildquelle: iHeartRadioCA, CC BY 3.0, (Ausschnitt)

Was ist zu sehen?

2024 tauchten zahlreiche gefälschte pornografische Fotos der Sängerin Taylor Swift auf sozialen Netzwerkan auf. Eines davon wurde 47 Millionen Mal angesehen bevor es vom Plattformbetreiber entfernt wurde.

Welche Absicht vermutest du hinter Deepfake 3?
Erklärung:
Wenn Deepfakes zum Problem werden

Deepfakes sind manchmal lustig, sie können jedoch auch missbraucht werden. Problematisch werden Deepfakes, wenn sie dazu genutzt werden, Stimmung gegen Minderheiten zu machen oder Meinungen vor Wahlen mit Falschinformationen zu beeinflussen.

Mit Deepfakes können außerdem einzelne Personen beleidigt, erniedrigt oder erpresst werden.

Deepfakes in den sozialen Medien

Ein besonderes Problem wird es, wenn sich Deepfakes in sozialen Medien verbreiten. Dort können sich Deepfakes in kurzer Zeit sehr weit verteilen, wenn Nutzerinnen und Nutzer Inhalte liken oder teilen, ohne deren Richtigkeit zu prüfen. Bei Bildern oder Videos ist die Täuschung oft besonders überzeugend, da viele Meschen Bildern oder Videos besonders trauen.

Im Internet gibt es wenig Kontrolle darüber, was veröffentlicht wird. Jeder kann falsche Dinge verbreiten, ohne dass sie vorher überprüft werden. Im Gegensatz dazu arbeiten journalistische Redaktionen nach festen Regeln und Standards, damit Informationen verlässlich sind und Fake News eingedämmt werden.

Die Rechtslage: Sind Deepfakes verboten?

Sind Deepfakes in Deutschland verboten oder sollten sie verboten werden? Was spricht dafür, was dagegen?

Aufgabe 13

  1. Welche der drei Behauptungen hältst du für wahr? Tippe an.
Behauptung 1:

Alle Deepfakes sind erlaubt.

Deepfakes sind eine Form von digitaler Kunst und damit geschützt. Außerdem fallen Deepfakes unter das Recht der Meinungsfreiheit.

Behauptung 2:

Manche Deepfakes sind verboten.

Deepfakes sind nur dann verboten, wenn sie Menschen schaden oder täuschen können. Andere sind erlaubt, wenn sie harmlos oder klar als Fiktion erkennbar sind, zum Beispiel in Kunst oder Satire.

Behauptung 3:

Alle Deepfakes sind verboten.

Deepfakes erschüttern das Vertrauen in Bilder, Videos und Audios. Aus Schutz vor massiver Täuschung sind sie in Deutschland generell verboten.

  1. Wähle die Behauptung, die deiner persönlichen Meinung am nächsten kommt. Formuliere eine ausführliche Begründung, die deine Wahl unterstützt. Lies erst danach in der Infobox nach.

Deepfakes sind in Deutschland nicht grundsätzlich verboten. Ihre Verbreitung kann aber illegal sein, je nachdem wie sie eingesetzt werden.

In Deutschland gibt es Gesetze, die regeln, wann Deepfakes erlaubt sind und wann nicht:

Das Recht am eigenen Bild

Jeder Mensch hat das Recht, über sein eigenes Bild zu entscheiden. Das bedeutet, dass Bilder oder Videos von dir nur mit deiner Zustimmung (oder der deiner Eltern, falls du noch nicht volljährig bist) veröffentlicht werden dürfen.

Das Persönlichkeitsrecht

Das Persönlichkeitsrecht schützt einen Menschen unter anderem vor Äußerungen, die sein oder ihr Ansehen in der Öffentlichkeit beschmutzen könnten. Das gilt insbesondere für verfälschende oder entstellende Darstellungen. Niemand darf durch Deepfakes beleidigt oder erniedrigt werden.

Die Ausnahmen: Erlaubnis, Satire und Kunst
Nicht alle Deepfakes sind illegal. Erlaubt sind sie dann, wenn keine reale existierende Person erkennbar ist oder die nachgestellte Person dem Deepfake zugestimmt hat. Ebenfalls erlaubt sind Deepfakes, wenn das Bild oder das Video klar als Satire oder Parodie gekennzeichnet ist und gleichzeitig gegen keine anderen Rechte verstößt.

Nicht selber Opfer werden & 1. Hilfe bei Deepfake: Was kann ich tun?

Weil Deepfakes so leicht herzustellen sind, kann jede und jeder Opfer von Deepfakes werden. Du bist aber nicht hilflos, wenn jemand deine Identität stiehlt. Die Checklisten können dir helfen, dich zu schützen.

Nicht selber Opfer werden:
Was kann ich tun?
  • Veröffentliche keine Bilder und Videos von dir online.
  • Überprüfe die Privatsphäre-Einstellungen: Stelle deine Profile in den sozialen Medien auf privat. Teile sie nur mit Menschen, denen du vertraust.
  • Versende keine Fotos von dir an Unbekannte, und grundsätzlich keine Nacktfotos.
  • Sei vorsichtig bei Freundschaftsanfragen oder Nachrichten von unbekannten Personen.
  • Verwende Wasserzeichen oder andere Methoden, um sensible Bilder zu kennzeichnen, falls du sie teilen musst.
Wenn es doch passiert ist:
Was kann ich tun?
  • Suche dir Unterstützung! Sprich mit einer vertrauten Person und hole dir Hilfe.
  • Sichere Beweise: Mache Screenshots oder lade dir den Deepfake herunter.
  • Informiere den Plattformbetreiber: Falls das Deepfake auf einer Plattform liegt, muss der Betreiber es entfernen. Viele Plattformen haben Hotlines oder spezielle Meldefunktionen für diesen Fall.
  • Gibt es einen Bezug des Täters oder der Täterin in deiner Schule? Hole deine Klassenlehrkraft oder Vertrauenslehrerinnen oder - lehrer ins Boot.
  • Prüfe rechtliche Schritte: Falls du mit dem Deepfake beleidigt, belästigt oder gar erpresst wirst, kannst du bei der Polizei Anzeige erstatten.
  • Überprüfe deine Privatsphäre in den sozialen Medien, stelle deine Profile auf Privat und ändere ggf. deine Passwörter.