Freiheit oder Stress?

Erde
Wortwolke Verkehrsmittel. Die Größe der Begriffe veranschaulicht wie viele Kilometer jede/jeder in Deutschland 2025 mit dem jeweiligen Verkehrsmittel zurückgelegt hat.
Quelle: Studie Mobilität in Deutschland (MiD) des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/G/mobilitaet-in-deutschland.html

Aufgabe 1

In Deutschland fahren so viele Autos wie noch nie zuvor: 47 Millionen. Das heißt, immer mehr Menschen werden dadurch mobil, stehen aber dadurch auch immer öfter im Stau.

  1. Erstelle einen Wochenplan der Autofahrten in deiner Familie. Zu welchem Anlass wird ein Auto benutzt? Wie lange wird es benutzt? (Angaben in Stunden, z.B. 0,25 h = 15 Minuten, 0,5 h = 30 Minuten)
Anlass Mo Di Mi Do Fr Sa So
Summe in Stunden
Insgesamt pro Woche
Durchschnittl. pro Tag
  1. Kommentiere besonders das Verhältnis von tatsächlicher Fahrzeit zu der Zeit, in der das Auto nur parkt. Vergleiche deine Ergebnisse in der Lerngruppe.

Smartphone oder Führerschein?

Kein Statussymbol mehr
Immer weniger Menschen machen den Führerschein

Früher hat Kurt Bartels jungen Leuten das Autofahren beigebracht, heute erklärt er in den Theoriestunden schon mal die Vorzüge von Bus und Bahn – oder in seinem Fall: Der Schwebebahn. „Der Mobilitätsgedanke hat sich verändert“, sagt der Fahrlehrer aus Wuppertal. „Heute gehört zum theoretischen Fahrunterricht auch die Frage, wie man Mobilität intelligent nutzt.“ Bartels ist Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Nordrhein und arbeitet seit 1981 als Fahrlehrer. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Viele tun sich schwerer beim Fahrunterricht als früher, die Durchfallquoten sind gestiegen, viele brauchen auch mehr Fahrstunden, was den Führerschein deutlich teurer macht. Gleichzeitig sind das erste eigene Auto und der Führerschein für viele junge Menschen auch kein Statussymbol mehr. (…)
Aktuelle Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen, dass die Zahl junger Menschen, die in Deutschland einen Führerschein besitzen, seit Jahren kontinuierlich abnimmt. (…)
Gerade in Großstädten kommen viele Menschen heute ohne eigenes Auto aus, dank Bus, Bahn, Taxi oder Leih-Fahrrädern. Auch neue Angebote wie Uber, bei denen man vergleichsweise günstig eine Mietwagen samt Fahrer bekommt, ermöglichen den Verzicht auf das eigene Fahrzeug. (…)
Beim Fahrlehrerverband Nordrhein hat man Veränderungen festgestellt. So würden speziell in ländlichen Regionen bis zu zwei Drittel der Jugendlichen den Führerschein mit 17 Jahren machen, bei dem sie dann in Begleitung fahren dürfen. „Im städtischen Bereich erleben wir eine gegenteilige Entwicklung“, sagt Bartels: „Da werden die Leute, die einen Führerschein machen, eher älter.“ (…Man erlebe es) häufiger, dass Menschen mit 23 oder 24 Jahren erst Fahrstunden nehmen, denn: „Sobald Mobilität erforderlich ist, machen die Leute auch den Führerschein.“

(Florian Rinke, in: RP Online, 3. Mai 2019)

Quelle: https://rp-online.de/leben/auto/news/fuehrerschein-immer-weniger-junge-leute-besitzen-eine-fahrerlaubnis_aid-38535651

Aufgabe 2

  1. Fasse zusammen, worum es in dem Text geht.
  2. An welchen Stellen des Textes fühlst du dich besonders angesprochen? Begründe.
  3. Wofür würdest du dich entscheiden: Smartphone oder Führerschein? Verfasse einen Kommentar zu diesem Artikel, in dem du deine Entscheidung begründest.

Selber fahren oder Uber fahren?

Die meisten Autos sind 80% ihrer Lebensdauer irgendwo geparkt. Während dieser Zeit kosten sie aber trotzdem Geld. Im Durchschnitt etwa 500€ im Monat. Es ist also keine schlechte Idee, nicht für ein ganzes Auto zu bezahlen, sondern nur für einzelne Fahrten damit. Zum Beispiel mit einem Taxi oder Bus.

Das derzeit größte Taxi- bzw. Ride-Hailing-Unternehmen der Welt kommt aus den USA und heißt Uber. Über 200 Millionen Menschen in mehr als 15.000 Städten in über 70 Ländern nutzen monatlich die Uber-App zum Buchen von Fahrten, und weltweit werden täglich mehr als 40 Millionen Fahrten über die Plattform abgewickelt.
Dabei betreibt Uber selbst nur wenige Autos. Uber vermittelt stattdessen jedem Fahrgast einen Fahrer oder eine Fahrerin, der/die ein eigenes Auto für Taxifahrten anbietet. Sowohl Fahrgäste als auch Fahrerinnen und Fahrer benutzen für die Buchung, Navigation und Bezahlung die Uber-App. Von beiden erhält Uber eine Gebühr für seine Vermittlung, von 20 € für eine Fahrt landen am Ende ca. 15 € bei den Fahrerinnen und Fahrern.

Aufgabe 3

  1. Beschreibe die Uber Werbung. Erkläre dann, an wen sich die Werbung von Uber richtet und was ihre Botschaft ist. Nutze die Arbeitsfläche, um die Werbung zu analysieren.
Werkzeuge
  1. Die Uber App bestimmt sowohl den Preis für die Fahrgäste, als auch den Lohn für die Fahrerinnen und Fahrer. Darüber hinaus kann jeder Gast seinen Fahrer oder seine Fahrerin mit Hilfe der App bewerten. Bei vielen negativen Bewertungen erhalten die Fahrenden dann möglicherweise weniger Aufträge oder werden komplett geblockt. Welche Konsequenzen hat es, wenn eine App (= ein Algorithmus) entscheidet, welche Arbeit jemand leisten darf und welche Bezahlung er oder sie dafür erhält? Sammle deine Ideen.
  2. Ein Algorithmus ist die Abfolge logischer Anweisungen, ähnlich einem Kuchenrezept oder einer Wegbeschreibung; anhand von Mathematik, Logik und Wahrscheinlichkeiten werden Arbeitsanweisungen in Computercode übersetzt, Computer werden dann mit Daten aus der Realität gefüttert und sollen damit ein bestimmtes Ziel erreichen.

    1. Eine geordnete Liste Anlegen (Priorisierung) - wie z.B. Google-Internetsuche als Liste der für den Nutzer interessantesten Treffer, Navigation als Abfolge einzelner Punkte auf dem Weg zum Ziel
    2. Eine Kategorie auswählen (Klassifizierung) - wie z.B. Werbung auf Instagram nur für alle 14-jährigen Gamer mit Switch, YouTube Inhalte filtern, Urlaubsfotos beschriften ("Strand+Sonne+Eis = Urlaub"), Handschrift scannen ("alle im Winkel von ca. 45 Grad gekreuzten Linien sind ein X")
    3. Verbindungen finden (Kombination) - wie z.B. Dating-Algorithmen wie Tinder, auf denen nach Übereinstimmungen gesucht wird ("Personen A und B mögen beide Katzen, Mozart und Eishockey = Match"), automatische Empfehlungen auf Amazon ("andere Nutzer/innen interessierten sich auch für…")
    4. Das Wichtige eingrenzen (Filterung) - wie z.B. Spracherkennung wie in Siri, Alexa, Cortana bei Hintergrundgeräuschen, Newsfeed auf X oder Instagram ("was könnte die Nutzerin oder den Nutzer interessieren?)
  3. Außer mit Autos kann man auch mit anderen Verkehrsmitteln mobil sein. Ergänze die Vorschläge in der Arbeitsfläche um deine Ideen. (Vorschläge in der Arbeitsfläche: EBike, E-Roller, Autos, Busse, Züge, Straßenbahn) Wie kann man digitale Technologien einsetzen, um Mobilität sinnvoll zu gestalten? Kommentiert eure gesammelten Verkehrsmittel in der Arbeitsfläche in kleinen Gruppen und stellt eure Ergebnisse vor.
Notizen